Wenn du denkst, Mailand beschränke sich auf den Dom, die Navigli und Brera, gibt es einen Ort, den du verpasst: Mailands Chinatown. Wir befinden uns in der Via Paolo Sarpi, einer knapp einen Kilometer langen Fußgängerzone im Stadtteil Sarpi, die von morgens bis spät in die Nacht nach gedämpften Ravioli duftet, von K-Pop-Songs widerhallt und vor einer Energie pulsiert, die im Rest der Stadt ihresgleichen sucht.
Es ist nicht nur das chinesische Viertel von Mailand: Es hat sich zu einem der lebhaftesten, originellsten und instagrammwürdigsten Orte der italienischen Modehauptstadt entwickelt. Hier verschmelzen Jahrzehnte chinesischer Einwanderungsgeschichte, die Kreativität einer neuen Generation asiatischer Unternehmer und die Neugier der Mailänder unter 40 auf der Suche nach authentischen Erlebnissen.
Das Ergebnis ist ein in Italien einzigartiges multikulturelles Viertel, in dem du mit gedämpften Bao frühstücken, handgemachte Ramen zu Mittag essen, in einer historischen Weinbar aus dem Jahr 1896 einen Aperitif genießen und den Abend mit einem Bubble Tea mit Tapioka ausklingen lassen kannst, nachdem du bei Labubu, Luxus-Streetwear und viralen TikTok-Snacks eingekauft hast.
In diesem Guide findest du die 15 angesagtesten Orte in Mailands Chinatown, darunter Restaurants, Bars, Cafés und Geschäfte. Bist du bereit, sie zu entdecken?
Ravioleria Sarpi – der Tempel des chinesischen Streetfoods
Hätte Mailands Chinatown ein Wahrzeichen, wäre es diese dampfende Theke. Die Ravioleria Sarpi ist die absolute Institution des Viertels: handgemachte Jiaozi aus Bio-Teig, gefüllt mit Rindfleisch, Schweinefleisch oder Gemüse, gedämpft oder in der Pfanne gebraten. Das Jian Bing – der herzhafte Crêpe mit Ei, Kräutern und scharfer Soße – ist mittlerweile eine Ikone des Mailänder Streetfoods. Rechne mit einer Schlange, vor allem am Wochenende, aber jede Minute lohnt sich.
Wenn du möchtest, kannst du dich auch für einen ihrer Kochkurse anmelden.
Chateau Dufan – die neue Generation des chinesischen Restaurants

Chateau Dufan ist das chinesische Restaurant der neuen Generation, das Mailand noch gefehlt hat. Dim Sum, Ramen, Xiao Long Bao und eine gepflegte Weinkarte – eine äußerst seltene Ausnahme in dieser Gegend. Das Interieur verbindet zeitgenössischen und orientalischen Stil auf überzeugende Weise: Um es klar zu sagen, sogar der Bubble Tea und das rote Bohnen-Eis sind auf dem gleichen Niveau wie der Rest. Eine Reservierung am Wochenende wird dringend empfohlen.
Bokok – Teestube, Buchhandlung und Hongkong-Küche
Wände voller Kunstbücher, gedämpftes Licht, der Duft von Tee und raffinierten Dim Sum: Das Bokok ist wahrscheinlich der ästhetisch am besten gestaltete Ort der ganzen Straße. Inspiriert von den Teehäusern Hongkongs bietet es Pekingente, Ramen, gedämpfte Ravioli und das berühmte geschmorte Dong-Po-Schweinefleisch. Perfekt für ein gemütliches Mittagessen und garantiert ein Instagram-Hit. Reserviere rechtzeitig, die Tische sind schnell vergeben.
Little Lamb – das süchtig machende Hot-Pot-Erlebnis
Little Lamb ist nicht nur ein Restaurant: Es ist ein geselliges Ritual, das man mindestens einmal erlebt haben muss. Ein Topf mit kochender Brühe in der Mitte des Tisches – scharf, mit Rind oder Huhn – und dann völlige Freiheit: dünn geschnittenes Fleisch, Ravioli, Tofu, Pilze, Meeresfrüchte, alles wird eingetaucht und sofort gegart. Du wählst sogar deine eigene Sauce aus. Laut, fröhlich und perfekt für ein Abendessen in der Gruppe. Mailand hat es vorbehaltlos angenommen.
Houjie – absolute Authentizität, Preise für Studenten
Das Houjie ist von 10 Uhr bis Mitternacht geöffnet unddas Lieblingsrestaurant der lokalen chinesischen Community – und das sollteeigentlich schon alles sagen. Typische Küche aus Rui’an, Provinz Wenzhou: Reis im Tontopf, geschmorte Auberginen, gegrillte Spieße und Ravioli in Brühe zu Preisen, die dich zu Tränen rühren. Sparsame Einrichtung, Neonlicht, kein Schnickschnack: die klassische Kneipe um die Ecke, wo man super isst und dabei kaum was ausgibt.
Pescaria – das Fischbrötchen, das Mailand erobert hat

Nicht chinesisch, aber unwiderstehlich: Pescaria bringt das in Polignano a Mare entstandene Gourmet-Fischbrötchen nur einen Katzensprung von Chinatown entfernt. Gegrillter Tintenfisch, frittierte Calamari, Meeresfrüchte-Crudités – alles serviert in knusprigen Brötchen und in einem hellen, plastikfreien Ambiente. Philosophie und Nachhaltigkeit, ohne auf Geschmack zu verzichten. Eine etwas andere Mittagspause, die von den Angestellten und Kreativen der Gegend als Kult-Alternative zum x-ten All-you-can-eat-Sushi angenommen wurde.
OTTo – das Bar-Konzept im Stadtteil Sarpi
OTTo ist viel mehr als nur eine Bar: Es ist der Treffpunkt für Kreative, Freiberufler und Berufstätige unter 40 aus dem Viertel. Morgens gibt es Frühstück mit den berühmten „Quadrotti“; mittags stellst du dir deine eigene Platte zusammen; abends ist Aperitif angesagt. Die Terrasse mit Pergola – mit Steckdosen an den Tischen – ist zum Open-Air-Coworking-Space für halb Mailand geworden. In den Schaufenstern wird wechselnd zeitgenössische Kunst ausgestellt. Ein absolutes Muss.
Cantine Isola — 1896, Nachbarschaftsweinkeller und Poesie auf Mailänderisch
Seit 1896. Das ist kein Fehler. Die Cantine Isola sind eine der ältesten Weinbars Mailands und einer der authentischsten Orte der Stadt. Hunderte von Weinen, die täglich glasweise angeboten werden, eine chaotische und gesellige Atmosphäre im besten Sinne, wenige Tische und eine Terrasse mit Blick auf die Fußgängerzone. Dienstagabends: Gedichtlesung im Mailänder Dialekt. Einer dieser Orte, die einem klar machen, warum die Einheimischen das Viertel nie verlassen.
Mood Market – K-Food, Tteokbokki und TikTok-Vibes

Mood Market lässt sich schwer einordnen, und genau das ist seine Stärke. Es ist ein ästhetischer asiatischer Supermarkt, ein Teehaus, eine Bar und ein Street-Food-Stand, alles unter einem Dach mit makelloser Ästhetik. Am Eingang steht Mamma Tteokbokki, der Stand mit den super-scharfen koreanischen Reisklößchen, die viral gegangen sind. Drinnen: Snacks in bezaubernden Verpackungen, K-Beauty, exotische Getränke und alles, was du in den Reels der Mailänder Creator siehst.
QQTea – der Bubble-Tea-Laden, der den Weg geebnet hat
Als einer der allerersten Bubble-Tea-Läden in Mailand ist QQTea auch nach Jahren der Konkurrenz immer noch der Favorit der Einheimischen. Schwarzer, grüner oder Milchtee mit den unverzichtbaren Tapioka-Perlen, Fruchtgelees oder Popping Boba in Dutzenden von Farb- und Geschmackskombinationen – darunter die Klassiker Taro und Matcha, die immer ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen. Günstige Preise um die 4–5 Euro, täglich geöffnet, minimalistisches und helles Ambiente. Von Natur aus instagrammable.
Tang Food Market – der asiatische Supermarkt der Wunder
Zwei Läden, die nur wenige Meter voneinander entfernt liegen, Regale bis unter die Decke, Kisten mit tiefgefrorenen Ravioli, Saucen aller Art, Sushi-Reis und K-Pop-Waffeln: Der Tang Food Market ist das Pilgerziel aller Fans asiatischer Küche in Mailand. Hier findest du Zutaten, die es sonst nirgendwo in Italien gibt. Auch einfach nur zum Stöbern ist es toll und am Ende hast du einen überquellenden Einkaufswagen voller Snacks, von denen du nicht einmal wusstest, dass es sie gibt.
Oriental Mall – fünf Stockwerke Asien in der Via Sarpi
Eine Welt für sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Oriental Mall erstreckt sich über fünf Etagen: zwei Supermärkte, asiatische Mode und Hi-Tech, ein Wellnesscenter mit traditionellen chinesischen Massagen, ein Teesalon, ein Yoga-Raum, Kawaii-Gadgets und – auf der Dessert-Etage – das unverzichtbare Huang Ji Dessert mit Smoothies und Süßigkeiten im Hongkong-Stil, für die sich die Leute anstellen. Es ist nicht luxuriös, aber so authentisch wie kaum ein anderer Ort außerhalb Asiens.
BBM Boutique – unerwartete Luxusmode in Chinatown
BBM Boutique ist in erster Linie ein Designer-Bekleidungsgeschäft für Kinder (0–16 Jahre) und vor allem offizieller POP MART-Vertriebspartner in Italien – also die erste Anlaufstelle in Chinatown, um Labubu und andere Sammelfiguren zu kaufen, ohne sich im offiziellen Laden am Corso Buenos Aires anstellen zu müssen.
Milano Pour Bear – das DIY-Erlebnis, das viral ging
Mit über 58.000 Followern auf Instagram und einer Flut von Reels gehört das Milano Pour Bear zu den viralsten Orten in ganz Mailand. Du buchst online und gestaltest deinen eigenen Acryl-Bären im „Pour Painting“-Stil, eine Handyhülle aus Harz mit Anhänger, oder nimmst an einem der kreativen Workshops teil, die auf dem Programm stehen. Ein Nachmittag voller Spaß ist garantiert und du nimmst ein einzigartiges Souvenir mit nach Hause. Ideal auch als originelles Geschenk.
Cloud Shop – maßgeschneiderte Kreativwerkstatt
Der Cloud Shop ist komplett auf Reservierung und das Lieblings-Kreativlabor der Mailänder Communities, die in den sozialen Medien am aktivsten sind. Man gestaltet Handyhüllen mit Creamglue und Anhängern, stellt Duftkerzen her, macht Tufting – die Technik, mit der man Teppiche und Bilder aus Wolle herstellt – und Nail Art. Jede Sitzung ist ein Nachmittag voller purer Kreativität. Die Ästhetik ist minimalistisch-koreanisch, die Preise sind erschwinglich und das Ergebnis ist immer etwas, das man gerne zeigt.