August in Mailand. Eine fast menschenleere Stadt und eine Hitze, die selbst die kühlsten und gefasstesten Mailänder zum Schmelzen bringt. Während alle wegfahren, was kann man tun, wenn man in der Stadt bleibt? Die schlechte Nachricht ist, dass Mailand im August einen Gang zurückschaltet, genau wie alle großen Metropolen Italiens. Die gute Nachricht ist dagegen, dass es für diejenigen, die bleiben, keine endlosen Warteschlangen und keine „ausverkauften“ Tickets für diese Ausstellung geben wird, die du bis Ende des Monats ganz entspannt besuchen kannst.
Den ganzen Monat über beherbergt der Palazzo Reale „Materie viventi“, das neue Ausstellungsprojekt, das der Mailänder Bildhauerin Maria Cristina Carlini gewidmet ist, die zu den einflussreichsten Stimmen der zeitgenössischen italienischen Bildhauerei zählt. Die Ausstellung ist Teil des Programms von SUART 2026, einem internationalen Forum zur Nachhaltigkeit in der Kunst, und verwandelt den Ehrenhof und den Garten in einen immersiven Parcours, der die Beziehung zwischen Materie, Erinnerung und Natur beleuchtet.
„Materie viventi“ im Palazzo Reale
Die Ausstellung „Materie viventi“ präsentiert zwei monumentale Skulpturen, die im direkten Dialog mit der Architektur und der Stadtlandschaft konzipiert wurden: „Bosco“ (2012), ein wachsender Organismus aus 19 spiralförmig im Cortile d’Onore angeordneten Eisenelementen, und „Filemone e Bauci“ (2021), eine Installation aus Altholz, Eisen und Gold, die im Garten zu sehen ist. Mit diesen Werken beschäftigt sich Carlini mit der Idee von Materie als lebendigem Organismus und Träger von Erinnerung. Dabei nutzt er natürliche und wiederverwertete Materialien, um von Transformation, Nachhaltigkeit und der Pflege der Landschaft zu erzählen – ganz im Einklang mit dem Thema von SUART 2026, dem internationalen Forum zur Nachhaltigkeit in der Kunst.
Die Ausstellung lädt das Publikum zu einem sinnlichen Erlebnis ein. Der Rundgang im Freien, die monumentale Größe der Skulpturen und das Lichtprojekt sind darauf ausgelegt, alle einzubeziehen, die die Räume des Palazzo Reale durchqueren – auch abseits der traditionellen Museumsrouten. Der Verweis auf den Mythos von Philemon und Baucis verweist auf die ethische Dimension von Gastfreundschaft und Treue, während „Bosco“ eine pflanzliche Gemeinschaft heraufbeschwört, die nicht beschrieben, sondern angedeutet wird und die aus der oxidierten Materie ein Archiv aus Spuren und Erinnerungen macht
📅Montag bis Sonntag
🕰️Von 8:00 bis 20:30 Uhr
🎟️Eintritt frei