Wusstest du, dass es in Italien eine der höchsten begehbaren Statuen der Welt gibt, ein Bauwerk, das für seine Zeit so beeindruckend und innovativ war, dass es sogar die Lady Liberty, die berühmte Freiheitsstatue in New York, inspirierte ?
Es geht um die Statue des Heiligen Karl Borromäus, liebevoll „Sancarlone” genannt, die am Sonntag, dem 1. März 2026, wieder für alle zugänglich sein wird. Um die Eröffnung der Saison 2026 zu feiern, gibt es zwei spezielle Führungen, um 10:00 Uhr und um 14:30 Uhr.
Es ist die perfekte Gelegenheit, um herauszufinden, warum dieser Koloss, der seit über drei Jahrhunderten die Landschaft von Arona dominiert, nicht nur ein Stück Geschichte ist, sondern ein Ingenieurswerk, das die Welt verändert hat.
Sancarlone: ein 35 Meter hoher Riese, geboren aus einem Genie des 17. Jahrhunderts

Aber wer ist dieser Riese wirklich, der dich empfängt, sobald du am Ufer des Lago Maggiore in Novara ankommst? Die Statue ist dem Heiligen Karl Borromäus gewidmet, einer zentralen Figur der Mailänder Kirche, und steht genau in Arona, seiner Geburtsstadt.
Sie wurde im 17. Jahrhundert von seinem Cousin, Kardinal Federico Borromeo (ja, genau der, den Manzoni in „Die Brautleute” erwähnt!), in Auftrag gegeben, um die spirituelle Größe und das Werk des Heiligen nach seiner Heiligsprechung zu feiern.
Die Arbeiten unter der Leitung des Architekten Giovanni Battista Crespi, genannt Il Cerano, dauerten fast ein Jahrhundert, von 1614 bis 1697. Die Zahlen sind auch heute noch beeindruckend:Die Statue ist insgesamt 35,10 Meter hoch. Um dir eine Vorstellung von ihrer Größezu geben: Allein der Kopf ist 2,40 Meter hoch und der Arm sogar 9,10 Meter.

Rund zwei Jahrhunderte lang war dieses Denkmal unangefochten die höchste Statue der Welt, die still über die Gewässer des Sees wachte und zu einem Bezugspunkt für Pilger und Reisende wurde.
Warum New York Arona alles zu verdanken hat: das rein italienische Ingenieursgeheimnis
Hier wird die Geschichte wirklich spannend, vor allem, wenn du internationale Kuriositäten magst. Es gibt eine unsichtbare, aber stählerne (oder besser gesagt kupferne) Verbindung zwischen Arona und dem Big Apple. Als der französische Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi mit dem Entwurf der Freiheitsstatue begann, stand er vor einem riesigen technischen Problem: Wie baut man eine so kolossale Struktur, die nicht unter ihrem eigenen Gewicht oder der Kraft des Windes zusammenbricht?
Bartholdi studierte die Entwürfe des Sancarlone, dem einzigen Werk weltweit, das zu dieser Zeit ein solches Unterfangen gelungen war. Die in Arona verwendete Technik – gehämmerte Kupferplatten, die auf einem Kern aus Stein und Eisen montiert wurden – wurde zum Vorbild für New York.
Diese Verbindung ist so bekannt, dass in New York, am Fuße der Freiheitsstatue, eine Gedenktafel ausdrücklich den Colosso di Arona als inspirierendes Vorbild nennt. Wenn du also den Sancarlone besuchst, tauchst du praktisch in die „DNA” des berühmtesten Denkmals Amerikas ein.
Der Besuch des Kolosses von Arona: ein schwindelerregendes Erlebnis
Vergiss die üblichen Museumsbesuche, bei denen alles hinter einer Vitrine steht. Im Sancarlone ist das Erlebnis physisch. Sobald du die Schwelle des Granitsockels überschritten hast, beginnt der Aufstieg. Der erste Schritt ist die Aussichtsplattform im Freien, die mit Ferngläsern ausgestattet ist und von der aus du einen atemberaubenden Blick auf den Lago Maggiore und die majestätische Rocca di Angera genießen kannst.
Aber für diejenigen, die sich trauen, kommt das Beste. Über eine schmale Wendeltreppe und eine weitere steile Seemannstreppe gelangst du bis in den Kopf des Heiligen. Du kommst genau an den höchsten Punkt, wo du durch kleine strategische Löcher, die den Augen, Nasenlöchern und Ohren des Heiligen Karl entsprechen, nach draußen schauen kannst.
Die Welt mit den Augen eines Riesen zu sehen, ist ein Gefühl, das dich für einen Moment Teil der Geschichte werden lässt.
Mit dem Ticket kannst du auch den Park mit den wunderschönen Skulpturen von Marco Mantovani besuchen.

Dein Nachmittag in Arona geht weiter im wunderschönen Park der Statue und im Botanischen Garten, die perfekten Orte für eine erholsame Pause zwischen jahrhundertealten Bäumen und Picknickplätzen. Hier kannst du in einen einzigartigen zeitgenössischen Kunstparcours eintauchen: Der Garten beherbergt nämlich Skulpturen von Marco Mantovani (1921-2005), einem international bekannten Bildhauer der Neo-Illuministen.
Während du durch die grüne Landschaft spazierst, triffst du auf Werke wie „Metamorfosi” und „Uomo prostrato dalla sofferenza e dal dolore”, die zum Nachdenken über den Sinn des Lebens und das Schicksal anregen. Es ist ein faszinierender Kontrast: auf der einen Seite die imposante barocke Spiritualität des Sancarlone, auf der anderen Seite die moderne Eleganz der Werke von Mantovani.
Innerhalb des Komplexes kannst du auch die dem Heiligen gewidmete Kirche auf dem Hügel besuchen und so ganz in die Kultur der Region eintauchen.
Nützliche Infos für den Besuch der Statue von Carlo Borromeo in Arona (ab Sonntag, 1. März 2026)
Wenn du schon deinen Sonntag außerhalb von Mailand planst, findest du hier alles, was du wissen musst:
📍Wo: Piazzale San Carlo, Arona (NO).
⏱️ Öffnungszeiten 2026 (ab 1. März): von 10:00 bis 17:00 Uhr (letzter Einlass um 16:30 Uhr).
🗿 Führungen: 10:00 Uhr und 14:30 Uhr.
🎟️ Preise:
- 13 Euro: Vollpreis-Ticket (Eintritt in den Park, auf die Terrasse und den Innenaufgang).
- 8 Euro: ermäßigt (6-16 Jahre).
- 5 Euro: Menschen mit Behinderung und Inhaber eines Abonnements für die Museen des Piemont.
📞 Kontakt: 0322 249 669 | statuasancarlo@ambrosiana.it | www.statuasancarlo.it