„Ich will nicht im Ballett oder in der Oper arbeiten, wo die Leute sagen: ‚Halte dieses Ding am Leben, das niemanden mehr interessiert‘.“
Das hat Timothée Chalamet in seinem letzten Interview mit Matthew McConaughey gesagt. Eine Aussage, die nicht unbemerkt geblieben ist und die Musiker, Tänzer und Theater sicher nicht gut fanden.
In Mailand hat das Teatro alla Scala dem preisgekrönten amerikanischen Schauspieler mit einem Video geantwortet, das einen Vorhang zeigt, der sich vor einem Publikum schließt, das begeistert applaudiert. Am Anfang des Videos erscheint vor schwarzem Hintergrund der Satz: „Niemand interessiert sich für Ballett oder Oper“. In der Bildunterschrift antwortet das Theater dem Schauspieler: „Niemand interessiert sich dafür? Einige interessieren sich dafür“, und spielt damit auf den Applaus im Video an. Es lädt ihn ein, vorbeizukommen, um vielleicht zu entdecken, dass auch er diese alte Tradition doch schätzt.
Geschichte des Balletts und der Oper in Mailand
Es ist nicht überraschend, dass das Teatro alla Scala diese Kritik am Ballett und an der Oper so persönlich genommen hat. Die Kunst des Balletts in Mailand entstand mit der Einweihung des Teatro alla Scala im Jahr 1778. Obwohl die ersten Spuren bis zu den Renaissancehöfen der Sforza zurückreichen, bildete sich der eigentliche professionelle Kern zwischen 1779 und 1789 dank des Choreografen Gasparo Angiolini.
Im renommierten Mailänder Theater entwickelten sich Ballett und Oper parallel. Ab 1812 wurde die Scala mit Rossini, Verdi und Puccini zum Tempel der italienischen Oper und war Schauplatz von Uraufführungen, die die Musikwelt geprägt haben. Auch heute noch ist sie das absolute Zentrum dieser Künste in Mailand, wo international bekannte Musiker und Tänzer jede Saison atemberaubende Vorstellungen geben.
Unverzichtbare Veranstaltungen in der Stadt, wenn dir Ballett und Oper noch wichtig sind
Möchtest du deine Liebe zum Ballett und zur Oper wiederentdecken? In Mailand gibt’s jede Menge Events, bei denen du die Fähigkeiten der vielversprechendsten zeitgenössischen Talente bewundern kannst. Darunter sticht Christopher Wheeldons Alice in Wonderland im Teatro alla Scala (21.-30. Mai 2026) hervor, während für einen weniger traditionellen, aber dennoch dem klassischen Wesen treuen Touch im April das glitzernde Ballet of Lights ins Teatro Leonardo Da Vinci zurückkehrt, mit Tänzern in leuchtenden Tutus, die mit jeder Pirouette die Geschichte von Dornröschen erzählen.
Und für die eingefleischten Fans gibt’s vom 21. bis 24. Mai 2026 im Teatro Arcimboldi Bolle and Friends, die berühmte Gala, die Roberto Bolle – Star der Scala – mit internationalen Stars des klassischen und zeitgenössischen Balletts ins Leben gerufen hat und aufführt.