Versteckt im Herzen des Stadtteils San Siro erzählt ein Komplex mit eleganter Jugendstil-Seele eine Geschichte voller überraschender Wandlungen. Heute ist es schwer vorstellbar, dass diese nun wiederbelebten Räume einst prestigeträchtige Vollblüter beherbergten, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg langsam verfielen und in den 70er Jahren schließlich aufgegeben wurden.
Der Wendepunkt kam erst in den letzten Jahren, als ihre Lage über einer historischen Wasserquelle in 396 Metern Tiefe – etwa dreimal so hoch wie der Dom – die Aufmerksamkeit wieder auf diesen einzigartigen Ort lenkte. Nach einer sorgfältigen Sanierung ist der Komplex zum größten städtischen Thermalpark Italiens geworden, bereit, auch diesen Sommer wieder Live-Konzerte mit klassischer Musik unter freiem Himmel zu veranstalten .

Wiederentdecktes Jugendstil-Juwel: vom Pferdestall zum Thermalpark
Heute ist er eine der größten Wellness-Oasen Italiens, doch hinter dieser Verwandlung verbirgt sich eine überraschende Geschichte. Die ehemaligen Stallungen der Familie De Montel im Herzen von Mailand haben sich zu einem echten Luxus-Thermalkomplex entwickelt, mit über 16.000 Quadratmetern, die der Entspannung gewidmet sind, darunter überdachte Bereiche, Innenhöfe und Grünflächen (10.000 Quadratmeter Grünfläche und 6.000 Quadratmeter überdachte Fläche).
Und doch gehörten sie in den 1920er Jahren zu den raffiniertesten Beispielen des Jugendstils in der Stadt. Entworfen vom Architekten Vietti Violi für die adelige Bankiersfamilie De Montel, waren diese Stallungen ein wahres architektonisches Juwel, das dann jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben wurde – trotz des wertvollen Thermalvorkommens, das im Untergrund verborgen lag.
Diesen Sommer erwacht dieses Kulturerbe in einem seiner Naturbereiche auch durch Musik wieder zum Leben: In diesem Sommer finden dort besondere Candlelight Open-Air-Konzerte statt. In der eleganten Kulisse der Thermen wird ein Streichquartett Pop-Songs klassisch neu interpretieren , beleuchtet von Tausenden von Kerzen.
📍Wo: Via Achille, 6, 20151 Mailand MI
🎟️Preise: Erlebnisse ab 50 €

L’Acqua Marcia: die tausendjährige Geschichte der Mailänder Heilquellen
Lange bevor Städte wie Rom, Bormio oder Montecatini zu Symbolen des italienischen Thermalwesens wurden, hütete auch Mailand ein überraschendes Wassererbe. Schon im Mediolanum des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde das Grundwasser von den alten Römern wegen seiner regenerierenden Eigenschaften geschätzt. Es war Bonvesin de la Riva, der die Stadt auf den verborgenen Reichtum in ihrem Untergrund aufmerksam machte. In seinem Werk „De Magnalibus Urbis Mediolani“ dokumentierte er zum ersten Mal die außergewöhnliche Fülle und Qualität der Mailänder Wasserressourcen.
Diese Vermutungen fanden Jahrhunderte später dank hydrogeologischer Studien des 19. Jahrhunderts und insbesondere dank der 1927 von Formenti und Scipiotti durchgeführten Analysen ihre Bestätigung. Damals wurden die einzigartigen Eigenschaften des sogenannten „Acqua Marcia“ bestätigt, dessen Mineralgehalt das Ergebnis eines sehr langen geologischen Prozesses ist.
6 August 2026 22:30
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