Es gibt einen ganz bestimmten Moment, in dem Eis aufhört, eine Sündenfreude zu sein, und zum Verbündeten für Sportbegeisterte wird – getarnt als kleine Portion. In Mailand hat dieser Moment eine Adresse: Via Vigevano 35, im Herzen von Porta Genova, nur ein paar Minuten zu Fuß von der Darsena entfernt.
Hier hat am 8. Mai die Eisdiele „Even“ eröffnet, die ganz ungeniert „das Eis, das es noch nicht gab“ präsentiert. Das heißt: ein proteinreiches Eis , laktosefrei, glutenfrei und ohne Zuckerzusatz.
Und – ein Detail, das diejenigen zu schätzen wissen, die genau auf die Zutatenliste achten – ohne Maltit, jenen Süßstoff, der bei „Diät-Eis“ oft Nebenwirkungen mit sich bringt, über die man am Tisch besser nicht spricht.
Wer sind die Influencer hinter Even (und wer ist der dritte Gesellschafter)?
Die Köpfe hinter dem Projekt sind Caterina Piccirilli und Raffaele Del Piano, bekannt als 2foodfitlovers: ein Paar – im Leben und im Beruf –, das in den sozialen Medien eine Community mit über 4 Millionen Followern mit Fitness-Rezepten, Food-Inhalten und einem bereits gestarteten E-Commerce für funktionelle Produkte bewegt.
Das „Protein-Eis“ ist eigentlich schon lange ihre Idee: Sie behaupten, es schon lange vor dem Trend etabliert zu haben, und legen großen Wert darauf, das klarzustellen.
Der dritte Gesellschafter ist ein Name, der in Mailand schon für sich allein Schlagzeilen macht: Steven Basalari, Unternehmer und Influencer mit über einer Million Followern, der sich dem Projekt angeschlossen hat, um die Bekanntheit und das Wachstum voranzutreiben.
Wie viel kostet das Eis und welche Sorten sind am beliebtesten?
Die gute Nachricht für den Geldbeutel: Bei Even zahlst du keinen „Gesundheitsaufschlag“. Die Waffeln und Becher kosten ab 3,80 € für zwei Sorten, dann 4,40 € und bis zu 5 € für die größeren Portionen. Sahne, Knusperstückchen oder zusätzliche Cremesorten in der Waffel kosten jeweils 0,60 € extra.
Die Sorten in der Vitrine sind nie dieselben: Der Wechsel ist ständig und Teil der Strategie, mit Drop-Sorten und Limited Editions, die kommen und gehen. Im Sortiment findest du aber auch die Klassiker – Pistazie (mit 15 % echten Pistazien), Haselnuss, Zartbitterschokolade, Kokos, Mango, Erdbeere undeine fettarme Erdnusssorte, von der so mancher Kunde schwört, sie schmecke wie ein Sorbet.
Es gibt auch eine vegane Linie auf Wasserbasis, vor allem bei den Fruchtsorten. Auf dem Display neben jeder Sorte kannst du die Nährwerte und Kalorien nachlesen: Der Proteingehalt variiert je nach Sorte, bei einigen liegt er bei etwa 10 Gramm pro Portion.
Neben dem Eis soll das Konzept den ganzen Tag abdecken: Spezialitäten-Café, individuell gestaltbare Waffeln, Pistazien-Tiramisu und die berühmt-berüchtigten „Pallotte“, diese Brioches im Pangocciolo-Stil, die sich die Fans mit nach Hause nehmen (wenn sie es bis dahin schaffen).
Was unterscheidet es vom üblichen „Fitnessstudio-Eis“?
Es geht nicht um den Proteingehalt. Davon gibt es in Mailand mittlerweile jede Menge. Der Unterschied hier ist, dass nichts nach Verzicht schmeckt.
Alles wird direkt vor Ort in der offenen Küche hergestellt: keine Halbfertigprodukte, Fett auf ein Minimum reduziert und fast ausschließlich aus Rohstoffen gewonnen – zum Beispiel Trockenfrüchte in den Sorten Pistazie und Haselnuss.
Das ist die Mailänder Herausforderung von Even: eine Kategorie, die bisher nach Nahrungsergänzungsmittel schmeckte, wieder in echtes Eis zu verwandeln – eines von der Sorte, die du auch bestellst, wenn du keinen Fuß ins Fitnessstudio setzt.
Gefällt dir die Eisdiele „Even“ oder ist das nur der übliche Hype?
Die Meinungen hier sind, wenn man die Bewertungen durchliest, überraschend einheitlich. Manche haben es schon auf der Rimini Wellness probiert und erzählen, dass sie zurückgekommen sind, um mit neuen Sorten „ihre Liebe zu bekräftigen“. Manche schwören, dass die Sorten „Fondente“ und „Kokos“ hervorragend sind, andere haben dank einer als „unglaublich saftig“ bezeichneten Aprikose ihre Meinung über die Fruchtsorten revidiert, und wieder andere geben offen zu, dass die Eisbällchen zum Mitnehmen „nie zu Hause angekommen sind: Wir haben sie unterwegs aufgegessen“.
Am häufigsten wird das Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt, das als fair gilt (manche finden es sogar günstig), sowie das Personal, das für seine Kompetenz und die fachlichen Erklärungen zu den Nährwerten gelobt wird. Ein kleines Detail, das die Kunden oft erwähnen: die Wand, die die Geschichte der Gründer erzählt und sich bereits zu einer beliebten Fotokulisse entwickelt hat.
Es gibt zwar auch gemischte Stimmen – manche finden das Tiramisu etwas zu bitter, andere bemängeln das etwas chaotische Warteschlangensystem mit dem Totem an den Stoßzeiten –, aber das Urteil der Community tendiert vorerst eindeutig in Richtung „Da komm ich wieder hin“.
📍Wo: Even – Via Vigevano 35, Mailand (Porta Genova)
Preis: Hörnchen und Becher für 3,80 €, 4,40 € und 5 €